Die Baureihe 185


Geschichte
F140 AC1 

Auf Grund der wachsenden internationalen Aktivitäten von DB Schenker Rail (damals nochDB Cargo) wurde für neue Güterzug-E-Loks Zweisystemfähigkeit für den Einsatz unter einer mit 25 kV 50 Hz gespeisten Oberleitung gefordert, um mit den Loks auch Frankreich, Luxemburg undDänemark anfahren zu können. Die bestehende Option auf weitere Lokomotiven der Baureihe 145 wurde daher entsprechend abgewandelt wahrgenommen.

Im Januar 2000 konnte der Hersteller Bombardier mit der 185 001 den Prototyp einer Mehrsystemvariante der BR 145 präsentieren. Technisch sind die 185er eine Weiterentwicklung der BR 145, auch flossen Erkenntnisse aus der Entwicklung der Baureihe 146 in die Loks mit ein. Insgesamt sollen 399 Loks der Baureihe 185 beschafft werden, wodurch diese künftig die am häufigsten auf deutschen Gleisen anzutreffende Elektrolokomotive sein wird. Mit ihr werden vor allem die alten Loks der Baureihe 140 ersetzt. Der Stückpreis einer Lokomotive der Baureihe 185 betrug im Jahr 2000 ca. 4,85 Mio. DM (ca. 2,5 Mio. Euro)

Am 19. Dezember 2002 wurde die 100. Lokomotive der Baureihe 185 an DB Cargo übergeben. Das Unternehmen hatte 1998 400 Maschinen dieses Typs bestellt.[8] Am 28. Januar 2003 wurde die erste 185er für den grenzüberschreitenden Betrieb nach Österreich und in die Schweiz, an rail4chem, abgeliefert.[9] Ab Anfang 2004 wurden die DB-Maschinen auf der Gotthard-Südrampe auch im Schiebebetrieb eingesetzt.[10]

Nach fast sechsjähriger Produktion wurde mit 185 557 Anfang 2006 die letzte Lokomotive der 332 Lokomotiven der Baureihe 185.1 fertiggestellt. Davon gingen mehr als 200 an die Deutsche Bahn, 57 an deutsche Privatbahnen, 35 als Re 482 an SBB Cargo, 20 als Re 485 an BLS Cargo und 20 als Reihe 4000 an die Luxemburgische Staatsbahn.

Weil die Loks aus Platz- und Gewichtsgründen nicht die Zugsicherungssysteme und andere Ausrüstungsteile für alle denkbaren Einsatzländer tragen können, werden sie bei Anlieferung bzw. später bei Bedarf mit bestimmten Paketen aus- oder nachgerüstet. Bereits vorhanden ist gegenwärtig einSchweiz-Paket, bestehend aus den schweizerischen Zugsicherungen Integra-Signum und ZUB 262ct, zwei zusätzlichen Stromabnehmern mit schmalen Wippen (1450 mm), seitlich angebrachten Videokameras als Rückspiegelersatz sowie weiteren landesspezifischen technischen Einrichtungen. Ein Teil dieser Loks wurde auf die Eröffnung desLötschberg-Basistunnels hin zudem mit ETCS ausgerüstet.

Lokomotiven mit dem Schweiz-Paket dürfen wegen des Permanentmagneten für die Zugbeeinflussung nicht in Österreich verkehren. Daher sind die DB AG 185 085 bis 094 und die SBB Re 482 035 bis 049 mit abschaltbarem Elektromagneten ausgerüstet. Für die Einfahrt in den Grenzbahnhof Brenner ist zusätzlich eine Zulassung durch die italienische Infrastrukturgesellschaft Rete Ferroviaria Italiananotwendig.

Weiterhin existiert eine Version für den Verkehr nach Frankreich, die ebenfalls zwei zusätzliche Stromabnehmer mit schmalen Wippen und die französischen Sicherungssysteme besitzt, aber auch eine nur in Deutschland und Österreich einsetzbare Basisversion mit nur zwei Stromabnehmern und ohne zusätzliche Sicherungssysteme. Schmalere Stromabnehmer mit 1450 mm breiten Wippen für die Schweiz und Frankreich sind als zusätzliche Stromabnehmer auf der äußeren Position bei den DB AG 185 085 bis 149 sowie SBB Re 482, BLS 485, 486 und CFL 4000 montiert.

Geplant ist ein Nord-Paket mit den Zugsicherungssystemen der skandinavischen Länder und weiteren dort vorgeschriebenen Einrichtungen (u. a. auch Kochplatten für den Fall, dass ein Zug im Schneesturm stecken bleibt).

Neben den über 300 Loks der DB sind insgesamt 57 dieser Loks bei diversen und oft wechselnden Privatbahnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einsatz, so vor allem bei Rail4chem,HGK, der OHETX Logistik und der BLS. Diese Maschinen gehören meist Vermietungsgesellschaften wie MRCE oder Alpha Trains. Bei der Schweizer SBB Cargo sind 35 dieser Loks als Re 482 im Einsatz. Die BLS AG besitzt seit Ende 2002[12] zudem 20 eigene Loks als Re 485. Auch bei den nicht DB-eigenen Loks sind Versionen mit zwei und vier Stromabnehmern anzutreffen, bei den Schweizer Bahnen nur jene mit vier Stromabnehmern.

Hauptkenndaten

Bombardier TRAXX
Nummerierung: Staatsbahnen:

  • DB 146 101–132
    DB 185 001–200
  • SBB Re 482 000–034
  • BLS Re 485 001–020
  • CFL 4001–4020

dt. Privatbahnen:

  • ME 146-01–10
  • 185-CL 001–009
  • 185 510–557
Hersteller: Bombardier Transportation
Baujahr(e): 1999–2005[6]
Dienstmasse: 82,0 t(1)
85,0 t(2)
Radsatzfahrmasse: 20,5 t(1)
21,3 t(2)
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h(1)
140 km/h(2)
Stundenleistung: 4.200 kW
5.600 kW(3)
Dauerleistung: 4.200 kW
Leistungskennziffer: 51,2 kW/t(1)
49,4 kW/t(2)
65,9 kW/t(3)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz~(1)
15 kV 16,7 Hz~ und 25 kV 50 Hz~(2)
Antrieb: Tatzlager(2)
Hohlwelle(1)
Weitere Daten siehe oben
(1) BR 146 Regionalverkehr
²: BR 185 2-System, Güter
³: alle BR 185 mit Leistungssteigerung auf 5.600 kW durch Software-Update

Quelle: Wikipedia